Fritz Seemann in Weiden: Eine bewegende Buchpräsentation über Flucht und Erinnerung


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Fritz Seemann: Ein bewegendes Zeitzeugnis aus der Prager Pressewelt
Am 3. November 2026 lädt die Regionalbibliothek Weiden zu einer eindringlichen Buchpräsentation über den Journalisten Fritz Seemann ein. Im Mittelpunkt steht die Neuerscheinung „Wir sind hier in einer Mausefalle“, herausgegeben von Annette Kraus und Prof. Dr. Jörg Skriebeleit im Auftrag der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.
Briefe, Zeitungstexte und die Suche nach einem Ausweg
Fritz Seemann arbeitete in den 1930er Jahren als Redakteur beim Prager Tagblatt, der bedeutendsten deutschsprachigen Tageszeitung der damaligen Tschechoslowakei. Seine Berichte über den Aufstieg Hitlers wandelten sich angesichts der nationalsozialistischen Diktatur und der beginnenden Verfolgung jüdischer Menschen von kritischer Distanz zu tiefer Bestürzung.
Ein besonderer Fokus der Buchpräsentation liegt auf Seemanns Briefwechsel mit dem Astronomen Arthur Beer in London. Aus einem zunächst privaten Austausch entwickelte sich eine planmäßige Suche nach einer Fluchtmöglichkeit. Das Münchner Abkommen von 1938 und die Besetzung der Tschechoslowakei im März 1939 verschärften die Lage dramatisch.
Eine literarische Veranstaltung mit historischer Tiefe
Annette Kraus und Prof. Dr. Jörg Skriebeleit stellen die Publikation vor und lesen aus den Briefen. Fotografien, historische Dokumente und biografische Informationen zeichnen das Porträt eines zweisprachigen Intellektuellen zwischen Journalismus, Musik, Rundfunk und Film. Die Veranstaltung verbindet Buchpräsentation, Lesung und Erinnerungskultur zu einem konzentrierten Veranstaltungserlebnis.
Auch die Geschichte des Prager Tagblatts wird greifbar: Die ausgewählten Zeitungstexte und persönlichen Dokumente geben Einblicke in die letzten Jahre der Zeitung und in die verzweifelten Fluchtversuche vieler Menschen vor der nationalsozialistischen Verfolgung.
Fritz Seemann und die Erinnerung an Flossenbürg
Fritz Seemann wurde 1900 im nordböhmischen Reichenberg, dem heutigen Liberec, geboren. Nach einem Musikstudium in Prag und ersten Erfolgen als Operettenkomponist wechselte er 1929 zum Journalismus. Daneben arbeitete er für den tschechoslowakischen Rundfunk, den Film und die Werbung. 1942 starb er im Konzentrationslager Flossenbürg.
Die Herausgeber bringen wissenschaftliche Expertise aus Kulturwissenschaft, Germanistik, Bohemistik und historischer Erinnerungsarbeit ein. Jörg Skriebeleit leitet die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und forscht unter anderem zu Erinnerungskultur, Zeitzeugenschaft und NS-Geschichte. Annette Kraus arbeitet als Autorin, Lektorin und Übersetzerin für Museen und Medien.
Eintritt frei in der Regionalbibliothek Weiden
Die Buchpräsentation beginnt am Dienstag, 3. November 2026, um 19:00 Uhr und dauert bis 20:30 Uhr. Veranstaltungsort ist der Franz-Joachim-Behnisch-Saal in der Regionalbibliothek Weiden. Der Eintritt ist frei.
Besucherinnen und Besucher erwartet ein nachdenklicher Abend mit historischen Quellen, persönlichen Briefen und einer Publikation, die journalistische Arbeit, Fluchtgeschichte und Erinnerungskultur miteinander verknüpft. Wer die Vergangenheit aus der Perspektive eines betroffenen Journalisten erleben möchte, findet hier einen eindrucksvollen Zugang.
Offizielle Kanäle von Fritz Seemann. Wir sind hier in einer Mausefalle:
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